02:12:04 05.02.2018

Unter Druck

… gibt es im Sport häufig zwei Möglichkeiten, entweder alle Kräfte können mobilisiert werden und man wächst über sich hinaus oder es läuft eben nichts wirklich zusammen und man verkrampft. Beide Erfahrungen machten die GISA LIONS SV Halle, die zweifelsohne unter Druck stehen, in den letzten beiden Spielen: vergangene Woche beim Heimspiel gegen Nördlingen mit einer tollen Kampfleistung, die leider nicht belohnt wurde und gestern beim TK Hannover mit Abstimmungsproblemen in der Verteidigung und viel Pech im Abschluss. Damit bleiben die Hallenserinnen weiter ohne Sieg in der Rückrunde.   

Am 17. Spieltag der 1. planet photo DBBL gewannen ausschließlich die Heimmannschaften und auch die GISA LIONS unterlagen in Hannover deutlich mit 95:67. Bei so einem Ergebnis wird schnell klar, dass es in der Defense verloren wurde und darin sah auch Coach Christian Steinwerth die Hauptursache: „Das ist für uns eine niederschmetternde Niederlage nach dem leichten Aufwärtstrend der letzten Woche und einer der Hauptgründe dafür ist unsere Verteidigung. Wir müssen es schaffen hier viel mehr zu investieren, egal ob im Eins-gegen-Eins, in der Hilfe oder beim Rebound.“ Deutlich wurde dieses Problem schon im ersten Viertel. Bis zum 15:16 waren die beiden Teams gleich auf, aber mit einem 10:0-Lauf, der vor allem schlechtem Stellungsspiel geschuldet war, zog Hannover davon. Allen voran dominierte Melissa Jeltema, die in diesem Viertel bereits 17! ihrer 26 Punkte machte, 9 davon aus „And-One“-Situationen (das heißt, die Spielerin schließt erfolgreich ab, wird gefoult und bekommt einen Bonus-Freiwurf, Anm. der Redaktion). Die Hallenserinnen bekamen auch im weiteren Verlauf kaum Zugriff auf das Spiel. Gut herausgespielte Würfe fanden zu selten ihr Ziel, während bei Hannover auch die schwierigen Abschlüsse fielen. Wann immer die GISA LIONS, lautstark angefeuert von den ca. 25 mitgereisten Fans, mal zwei-drei gute Offensivaktionen gelangen, konterte Hannover routiniert und nutzte die Defensivschwäche der Hallenserinnen. Trotz der Niederlage gelang Neuzugang Jasmine Smith ein guter Einstand: „Ihr Double-Double (10 Punkte und 10 Rebounds, Anm. der Redaktion) und ihre Energie auf dem Feld waren ein Plus für uns.“, schätzte der Coach nach dem Spiel ein. Für die Länderspielpause gibt Christian Steinwerth eine klare Marschroute vor: „Der Fokus der Mannschaft muss in den kommenden Wochen auf der harten Trainingsarbeit in der Verteidigung liegen, dafür muss jede Spielerin bereit sein alles zu geben.“ Mit dem Heimspiel gegen den BC pharmaserv Marburg am 18.02.2018 beginnt die letzte und wichtigste Phase der Saison für die GISA LIONS. Noch fünf Partien stehen aus – es ist noch alles möglich.

 GISA LIONS SV Halle: Hrynko (23 Punkte/4 Rebounds/2 Dreier), L. Schinkel (12/1/-), Smith (10/10/-), Henningsen (6/2/2), J. Schinkel (6/-/-), Büschel (5/2/-), Pohlmann (3/2/-), Daniel (2/6/-), Prötzig (-/3/-)