13:35:12 10.10.2017

Personalnot ist zu groß

Erneut mit nur sechs Spielerinnen mussten die Krofdorf Knights in ihrer Basketball-Zweitliga-Partie bei Jahn München auskommen. Beim Tabellenersten bezogen die Wettenbergerinnen eine 58:74 (29:46)-Niederlage und büßten den zweiten Rang ein. »München wäre schlagbar gewesen«, räumte Trainer Uwe Scheidemann hinterher ein. Dafür hätte bei seinem dezimierten Team aber alles passen müssen. Zudem hätte die Jahn-Akteurin Anne Delafosse (38 Punkte, neun von 14 Dreiern) die Gäste nicht vor eine unlösbare Aufgabe stellen dürfen. Der Sieg der Süddeutschen war für den Knights-Trainer »absolut verdient«.

 

Für die Knights ging es noch ganz gut los. Bis zum 13:13 in der achten Minute hielten sie mit. Die Gastgeberinnen konzentrierten sich mit ihrer Abwehr auf Erin Bratcher und Kate Aizsila. Das wusste Alise Karlsone zu nutzen. Sie kam insgesamt auf 23 Zähler, traf sechs von sechs Freiwürfen und holte zehn Defensivrebounds.

Allerdings konnte die Lettin nicht verhindern, dass ihre Mannschaft in der Phase nach dem 13:13 schon vorentscheidend in Rückstand geriet. Die Münchenerinnen erarbeiteten sich einen Vorsprung von zwölf Punkten, von dem sie bis zum Schluss zehren konnten. Krofdorf kam nie mehr näher als auf neun Zähler heran. Zur Pause lagen die Gäste mit 29:46 zurück.
 

Statt im Anschluss verkürzen zu können, gerieten sie nach zwei Ballverlusten und daraus resultierenden einfachen Münchener Körben sowie einem zusätzlich gefangenen Dreier noch weiter ins Hintertreffen. »Da war die Sache erledigt«, wusste Scheidemann. Er hatte mit seinem Team auch zu keiner Zeit eine echte Chance verspürt. Dafür hatten sich die Süddeutschen zu abgezockt präsentiert, während Krofdorf zu »nachlässig verteidigte«. Das war ausschlaggebend.
 

Überhaupt sparte der Coach nicht mit Kritik und bemängelte bei seiner Mannschaft, nicht klug gespielt zu haben. Die Mittelhessinnen kommunizierten zu wenig, ließen sich von den gut gestellten Gastgeberblöcken aushebeln. Sie hatten zwar gewusst, was auf sie zukommen würde und sich im Training darauf vorbereitet, umsetzen konnten sie es dann aber nicht. Es läuft dann im Wettkampf doch komplett anders, als man es bei der Personalmisere im Training einzuüben kann.

So gewannen die Knights lediglich das dritte Viertel (19:13) sowie die Reboundwertung mit 36:35. Sie hoffen nun darauf, in zwei Wochen auf die noch wegen einer Knieverletzung fehlende Chelsea Small zurückgreifen zu können.
 

Jahn München: Molz (4), Bessoir (13/2 Dreier), Delafosse (38/9), Schmidt (19/3), Seligmann, Damaschek, Häckel, Römer.

Krofdorf Knights: Quapil (3), Bratcher (13/1 Dreier), Flottmann (5), Karlsone (23/3), Aizsila (12/3), Seel (2).