17:40:21 17.06.2017

Nach Aufstieg ist auch WNBL wieder erstklassig

Die Basket Girls Rhein-Neckar haben die Qualifikation für die neue Saison in der WNBL geschafft und kehren nach einem Jahr in die höchste deutsche Jugendliga zurück. Beim Qualifikationsturnier in Stuttgart gelangen dem Team von Headcoach Oliver Muth drei Siege bei einer Niederlage gegen die Übermannschaft aus Saarlouis. Platz zwei von fünf Teams reichte zur Qualifikation, Ludwigsburg muss als Dritter am kommenden Wochenende noch eine Qualifikation spielen.

Das Turnier begann mit der Partie gegen den Erzrivalen BSG Basket Ludwigsburg. Alle Spiele wurden nur über 32 Minuten ausgetragen, also acht Minuten pro Viertel. Die Basket Girls staunten nicht schlecht, als sie die Spielerinnen des Gegners sahen, waren da doch einige „Riesinnen“ dabei. Es zeigte sich aber, dass sie basketballerisch noch nicht so weit waren und auch recht träge agierten. Zudem haben die Basket Girls gelernt, wie man gegen eine Zone spielt. Nikolina Ivancic antwortete darauf mit zwei Dreipunktetreffern.

Die erste Halbzeit verlief ausgeglichen, Ludwigsburg ging mit einer knappen 22:21-Führung in die Pause. Danach zeigten die Basket Girls eine sensationelle Defensivleistung und gewannen das dritte Viertel mit 17:0! Das Trainerteam um Oliver Muth, Dennis Czygan und Jürgen Fuchs konnte im vierten Viertel gut durchrotieren, ohne dass der 45:32-Erfolg je in Gefahr geriet.

Im zweiten Spiel des Samstags trafen die Basket Girls Rhein-Neckar auf den hohen Favoriten TV Saarlouis. Der Nachwuchs des Bundesligisten hat ein sehr gutes Nachwuchskonzept und arbeitet mit Trier und Kaiserslautern zusammen. Neben einer sehr guten Jugendnationalspielerin aus Luxemburg gehörte mit Helena Eckerle bereits in der vergangenen Saison eine Spielerin zum Erstligakader der Royals. Klar, dass dieses Team eine Nummer zu groß war und mit 68:34 gewann. „Wir hatten keine Chance auf den Sieg, haben aber zwischendurch mal mitgehalten und keinen Abschuss kassiert“, nahm Oliver Muth die Niederlage nicht tragisch. Saarlouis gewann alle vier Partien mit mehr als 30 Punkten Differenz.

Aufgrund der geringen Entfernung nach Stuttgart und des günstigen Spielplans konnte das Team zu Hause übernachten. Am Sonntag folgte die dritte Partie gegen Ratiopharm Ulm, die mit 69:33 klar gewonnen wurde. Die Heidelbergerinnen setzten sich schnell ab und führten nach vier Minuten bereits mit zehn Punkten. Danach kontrollierten sie das Spiel, und die Trainer konnten erneut mit dem kompletten 12er Kader durchrotieren und die Leistungsträgerinnen schonen.

Vor dem letzten Spiel gegen das RegioTeam Stuttgart war klar, dass sich die Basket Girls eine Niederlage mit zehn Punkten erlauben konnten. Im Gegensatz dazu wusste Stuttgart, dass es mit 14 Punkten Unterschied gewinnen musste und legte ganz stark los. Nach sieben Minuten stand es 14:3 für die Gastgeberinnen. „Die haben im ersten Viertel alles getroffen, wir waren sehr nachlässig“, kommentierte Muth. Doch das Vertrauen in die eigenen Stärken war schnell zurück. Die Trainer nahmen eine Auszeit und schworen das Team wieder auf eine starke Verteidigung ein. Es folgte ein 13:2-Lauf, die Partie war wieder offen. Die Defense agierte weiter stark. Nachdem Stuttgart im ersten Viertel alleine 16 Punkte markiert hatte, ließen die Heidelbergerinnen in der Folge nur noch 15 zu und seigte 49:31. Nach dem dritten Viertel war die Partie entschieden und die Qualifikation perfekt.

Stimmen zur Qualifikation:

Trainer Oliver Muth: „Wir haben das ganze Wochenende eine starke Teamleistung gezeigt, an der alle beteiligt waren. In jedem Spiel wurden alle zwölf Spielerinnen eingesetzt, und das bei nur 32 Minuten Spielzeit. Die Mädchen haben sich sehr gut weiter entwickelt und man hat gesehen, dass sechs von ihnen mit der U15 das DM-Finale erreicht und dadurch Selbstvertrauen hatten. Wir werden in der kommenden Saison definitiv keine Null-Punkte-Saison wie vor zwei Jahren erleben. Wir sind sehr jung, sechs Spielerinnen gehörten noch zum Jahrgang 2002, dem jüngsten, der überhaupt WNBL spielen darf. Man muss auch berücksichtigen, dass noch drei Leistungsträgerinnen gefehlt haben.“

Michael Rappe

Die Basket Girls sind wieder erstklassig; hinten von links: Trainer Jürgen Fuchs, Trainer Dennis Czygan, Lisa Breiter, Mira Gieser, Tilly Bohneberg, Theresa Spatzier, Lena Kurzel, Johanna Eibner, Edanur Caglar, Cheftrainer Oliver Muth; vorne von links: Nikolina Ivancic, Marie Klaehn, Eleah Steins, Rebekka Spatzier, Ulrike Tewes, Karlene Teufel. Foto: Nicole Gieser