07:38:53 16.04.2018

Meister wehrt den Herner Angriff ab

War der Druck zu groß, haben die Nerven versagt? Oder war der Titelverteidiger einfach zu stark? Egal. Die Basketballerinnen des Herner TC haben das erste Halbfinalspiel um die Deutsche Meisterschaft beim TSV Wasserburg in den Sand gesetzt und konnten den Abonnementsmeister diesmal nicht ernsthaft in Verlegenheit bringen. Vor eigenem Publikum haben die Hernerinnen am kommenden Freitag die Gelegenheit, es besser zu machen und ein entscheidendes drittes Spiel zu erzwingen, das dann am nächsten Sonntag um 16 Uhr in der Badria-Halle stattfinden würde.
„Schade, heute hat es nicht gereicht. Wasserburg war sehr stark und hat verdient gewonnen“, räumte auch HTC-Trainer Marek Piotrowski kurz nach dem Spiel ein. „Klar sind wir enttäuscht. Uns haben heute Kleinigkeiten gefehlt.“ Welche genau das waren, werde die eingehende Analyse ergeben. „Und dann werden wir sehen, ob wir das mit unseren Zuschauern im Rücken am Freitag korrigieren können.“
Anfangs schien es, als könne der HTC ein offenes Spiel erzwingen. Vor allem Loyce Bettonvil war von Beginn an hellwach und beantwortete die ersten Wasserburger Körbe mit fünf Punkten zur Herner 5:4-Führung. Als sich der TSV anschließend auf 12:7 absetzte, griff Piotrowski ein und brachte sein Team in einer Auszeit wieder in die Spur.
HTC hält Partie bis zum 20:20 offen
Mit einer 6:0-Serie übernahm der Gast noch vor der ersten Viertelpause erneut die Führung (12:13/9.), bis zum 20:20 (13.) blieb es ganz eng. Dann eröffnete die bei einem Dreier gefoulte Ex-Hernerin Haiden Palmer mit drei Freiwurfpunkten einen 10:0-Run des Meisters. Der HTC verteidigte zwar engagiert, konnte sich in der Offense gegen die athletischen Wasserburgerinnen aber selten durchsetzen. Besonders die Innenspielerinnen kamen nicht wie erhofft zum Zuge. Mit Monique Reid (20 Punkte/14 Rebounds) und Rebecca Tobin (12/9) dominierte der TSV unter den Brettern, während es der HTC oft und meist erfolglos von außen versuchte – wenn er nicht schon zuvor den Ball verlor.
Schon zur Pause lag der TSV mit 13 Punkten vorn, gleich nach Wiederbeginn erhöhte Reid auf 40:25. Noch aber gab sich der HTC nicht geschlagen. Und als nach Beatrice Atturas Dreier und zwei Freiwurfpunkten von Loyce Bettonvil endlich auch Courtney Range erstmals traf und ihrem Dreier gleich zwei weitere Punkte zum 41:35 (25.) folgen ließ, schöpfte der kleine Herner Anhang wieder Hoffnung.
Gäste können das Momentum nicht nutzen
Doch das währte nicht lange. Der HTC konnte das Momentum nicht nutzen und leistete sich wieder einige Fehler, die Wasserburg mit acht Punkten in Folge bestrafte. Als Galliou-Loko und Deura kurz hintereinander aus der Distanz zum 55:37 trafen, schien die Partie für Herne verloren. In den letzten drei Sekunden des dritten Viertels aber packten die Bettonvil-Schwestern noch acht Punkte aufs Herner Konto. Aber selbst als Loyce den Schlussabschnitt mit einem Korb zum 57:49 eröffnete, wackelte der Meister nicht. Reid, Galliou-Loko und Co. schlugen umgehend zurück und bauten die Führung auf 75:53 ((38.) aus. „Das war nicht unser Tag. Aber Wasserburg war auch exzellent auf uns vorbereitet“, nahm Marek Piotrowski die Niederlage sportlich hin. „Mal sehen, was uns mit den eigenen Fans im Rücken gelingt.“
TSV 1880 Wasserburg -
Herner TC 79:59
Viertel: 14:13, 24:12, 19:22, 22:12.
TSV: Reid (20, 14 Rebounds), Galliou-Loko (14/4 Dreier), Deura (13/1), Tobin (12, 9 Reb.), Okockyte (9), Palmer (4), Holopainen (4), Zaplatova (3), Kazlauskaite, Perner.
HTC: Loyce Bettonvil (20/3), Jill Bettonvil (8/2), Slim (8/1). Attura (7/1), Burton (6, 11 Reb.), Range (5/1), Bussey (3/1), Karic (2), Kuijt, Lukovic.
Statistik (TSV - HTC) -- Zweier: 54 % (23/42) - 32 % (12/37); Dreier: 35 % (5/14) - 32 % (9/28), Freiwürfe: 69 % (18/26) - 72 % (8/11); Rebounds (offensiv, defensiv): 42 (28, 14) - 37 (20, 17); Turnover: 13 - 17.

Quelle: Wolfgang Volmer/WAZ