17:17:08 11.02.2018

Lange auf Augenhöhe: 56:64 IN LICHTERFELDE

Berlin/Osnabrück. Das Ergebnis klingt deutlicher, als das Spiel in der Hauptstadt war: Mit 56:64 (35:35) verloren die Osnabrücker TB Titans beim TuS Lichterfelde. Trotz der dritten Niederlage in Serie bleiben die Titans Sechster der 2. Basketball-Bundesliga. Die Hoffnungen, noch einen Playoffplatz zu erreichen, haben sich indes erledigt.

„Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie war bis zuletzt im Spiel und hat an den Sieg geglaubt“, sagte OTB-Trainer James Hannah. Erst in der Schlussphase gerieten die Osnabrückerinnen auf die Verliererstraße. „In den letzten zwei, drei Minuten hatten wir einige unglückliche Ballverluste, die Berlin sofort für sich genutzt hat“, sagte Hannah. Titans-Kapitänin Michelle Müller sah es ähnlich: „Es war die ganze Zeit ein enges und umkämpftes Spiel. Kurz vor dem Ende hat Tusli dann wichtige Würfe getroffen und damit die Entscheidung herbeigeführt. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte man nicht sagen, wer als Sieger vom Feld gehen wird.“

Gohlisch erwischt einen Zaubertag

Nach der schwachen zweiten Halbzeit bei der Heimniederlage gegen Wolfenbüttel wollten die OTB-Frauen eine Reaktion zeigen – was zum größten Teil gelang. „In vielen Bereichen, die wir angesprochen haben, war das in Berlin deutlich besser von uns. Aber 16 Ballverluste sind immer noch zu viel“, monierte Hannah. In einem kampfbetonten, stets fairen Spiel erwischten die Berlinerinnen den besseren Start und führten nach zehn Minuten mit 19:12. Anteil hatte daran bereits Lena Gohlisch, die auch im Rest des Spiels überragte, einen Zaubertag erwischte und 32 Zähler für ihr Team beisteuerte. „Wir haben sie nicht in den Griff bekommen. Das hat sicherlich auch einen Unterschied ausgemacht“, musste Müller neidlos anerkennen.

Berlin zieht erst in der Endphase davon

Die enge Zonenverteidigung der Titans im zweiten Viertel ließ die Gäste aber wieder herankommen. Zur Halbzeitpause war die Partie beim Stand von 35:35 wieder offen. Es blieb danach eng. Kein Team verschaffte sich im zweiten Abschnitt entscheidend Luft. „Drei Minuten vor Ende des Spiels habe ich der Mannschaft noch einmal verdeutlicht, dass wir hier gewinnen wollen, doch dann hat Berlin in kurzer Zeit wichtige Würfe getroffen. Darauf hatten wir dann keine passende Antwort“, erklärte Müller, die die Berlinerinnen noch in anderer Hinsicht lobte: „Berlin waren hervorragend auf uns eingestellt. Die wussten, was wir für Systeme spielen, und waren im Endspurt einen Tick cleverer.“

Im Saisonendspurt noch mal in die Erfolgsspur?

Vier Spiele haben die Titans noch zu absolvieren. Alle gegen Teams, die hinter dem OTB in der Tabelle rangieren. Sowohl Trainer Hannah als auch Spielführerin Müller wollen keine Zweifel aufkommen lassen. „Wir wollen die letzten vier Spiele gewinnen und möchten noch auf Platz fünf aufrücken“, sagt Hannah. Müller ergänzt: „Wir werden noch einmal alles raushauen und wollen uns bestmöglichst präsentieren.“

ZUR SACHE Titans: Esther Borchers 5 Punkte/1 Dreier, N‘Dea Bryant 25, Kira Dölle, Julia Dzeko 3/1, Maike Hagedorn 8/2, Xylina McDaniel 6, Michelle Müller 3, Annemarie Potratz 2, Clara Schwartz 1, Katrin Sokoll-Potratz 3.