12:07:30 04.12.2017

Hurricanes blamieren sich in Grünberg

Scheeßel - Auweia, Avides Hurricanes! Der Absteiger hat beim Kellerkind Bender Baskets Grünberg eine Blamage erlebt und in der 2. Basketball-Bundesliga Nord mit 48:71 (21:36) seine bisher höchste Saisonniederlage einstecken müssen. Nach zwei Siegen am Stück ist der kleine Aufwärtstrend abrupt gestoppt worden. Während die Grünbergerinnen gleich elf Dreier verwandelten (allein sechs Mal war die Amerikanerin Margaret Proffitt erfolgreich), gingen die Hurricanes in dieser Kategorie komplett leer aus.

„Es war ein schlechtes Spiel von uns. Wir waren mit dem Kopf nicht da und von Anfang an zu schläfrig, zu langsam“, gestand Coach Mahir Solo. Offensiv bleibt sein nur mit acht Spielerinnen nach Hessen gereister Tabellensiebter weiterhin vieles schuldig und eine große Enttäuschung. Die Hurricanes sind, wenn es nach erzielten Körben geht, sogar die schlechteste Mannschaft der Liga. Das wurde einmal mehr schon in der ersten Halbzeit gegen Grünberg deutlich. Aus dem Spiel heraus gelangen hier nur mickrige zehn Punkte. Wie gut, dass wenigstens die Freiwurfquote – insbesondere bei Pia Mankertz und Shaniqua Nilles – stimmte und elf von 14 Versuchen in dieser Phase drin waren. Doch auch so war der 21:36-Pausenrückstand ziemlich ernüchternd.

Schon nach 79 Sekunden führte Grünberg mit 7:0. Mitte des zweiten Viertels streute die Amerikanerin Margaret Proffitt dann zwei Dreier und einen Freiwurf ein – 28:15 (15.). Mahir Solo reagierte mit einer Auszeit, doch Centerin Cassidy Clark fing sich nur drei Minuten später bereits ihr drittes Foul ein. In der Reboundquote lagen die Hurricanes ebenfalls klar hinten (17:26). „Wir haben Grünberg zu viele zweite Chancen gelassen und ihnen zu viele offene Würfe gestattet“, monierte Solo und war auch mit der Defenseleistung überhaupt nicht einverstanden.

Und es wurde nicht besser – im Gegenteil! Vier Dreier in fünf Minuten gelangen Grünberg im dritten Viertel. Die 52:24-Führung (26.) war die Vorentscheidung. Da konnten es sich die Gastgeberinnen von Trainerin Aleksandsra Heuser auch erlauben, die letzten vier Minuten des Durchgangs ohne Treffer zu bleiben, weil bei den Hurricanes nur noch Nilles von der Freiwurflinie verwandelte.

Kurios und erschreckend: Insgesamt erzielten die Hurricanes exakt so viele Freiwurfpunkte wie Feldkorbpunkte, jeweils 24. Ein Zeichen, wie harmlos das Solo-Team war. Dass Grünberg deutlich aggressiver zu Werke ging, wird auch am Foulverhältnis von 27:13 deutlich.

Die Wurfquote lag bei den Gästen bei unter 25 Prozent. Einzig Youngster Lotta Stach nutzte ihre Chancen zu sechs Punkten und kam mit ihrer 50-Prozent-Quote aus dem Spiel heraus auf den Bestwert bei den Hurricanes. „Sie hat angesichts der Situation einen guten Job gemacht“, fand auch ihr Coach. Cassidy Clark war zwar mit 15 Punkten am erfolgreichsten, erzielte allerdings auch zehn Punkte, als längst nichts mehr zu holen war, sprich erst im letzten Viertel.

Den möglichen Anschluss zu den Top Vier der Liga haben die Hurricanes damit verpasst, die Play-offs können angesichts des aktuellen Leistungsstands inzwischen kein Ziel mehr sein. „Wir haben zu sprechen und müssen diskutieren“, kündigt auch Mahir Solo ein Training an, bei dem es nicht nur um den Ball gehen wird. - maf

Rotenburger Kreiszeitung