23:03:40 19.03.2017

HTC-Damen holen Sterne vom Himmel

Phantastische Teamleistung gegen Keltern wird mit einem 76:49-Triumph und Platz fünf belohnt. Im Playoff-Viertelfinale geht es gegen Saarlouis.

Herner TC - Rutronik Stars Keltern 76:49  (26:19, 20:12, 17:7, 13:11)

HTC: Amojo (14/2 Dreier), Palmer (14/2), Kerin (10/2), Greinacher (8), Dikes (8), Bellock (8), Karic (6), Arthur (3/1), Mahlknecht (3), Takács (2), Krizanovic, Pooch.

RSK: Thomas (10/1), Davis (10/1), Vucurovic (9/1), Markovic (6), Mayombo (4), Mokube (4), Elbert (4), Teilane (2), Pokk, Wagner, Schüler.

Statistik (HTC -- RSK): Feldwurfquote: 44 % (28 von 63) -- 27 % (17/48); Freiwurfquote: 93 % (13/14) -- 92 % (12/13); Rebounds: 36 (26 def., 10 off.) -- 28 (23, 5); Turnovers: 10 – 22; Assists: 11 – 5; Steals: 13 – 1.

Dieses HTC-Team ist für jede Überraschung gut. Eine Woche nach der blutleeren Vorstellung in Hannover rafften sich Hernes Bundesliga-Basketballerinnen zu einer grandiosen Leistung auf, knieten sich mit Emotionen und Energie in ihre Aufgabe und fegten den Tabellenzweiten unter dem Jubel ihrer ungläubig staunenden Fans förmlich vom Parkett. Sicher darf man den in dieser Höhe für Keltern peinlichen Herner Sieg nicht überbewerten, ließ es der Gast doch ziemlich gemächlich angehen. Für das erneute Aufeinandertreffen beim TOP 4 in Keltern am nächsten Samstag aber stärkt es den HTC-Damen den Rücken.

Vor allem aber behauptete der Herner TC aus eigener Kraft den fünften Platz in der Abschlusstabelle. So kommt es im Playoff-Viertelfinale zum durchaus erwünschten Duell mit dem TV Saarlouis Royals. Das erste Spiel der Best-of-three-Serie findet am Sonntag, 2. April, um 15 Uhr in der Stadtgartenhalle von Saarlouis statt.

„Wir waren sehr gut auf Keltern eingestellt. Alle Spielerinnen, auch die von der Bank gekommen sind, haben Herz und Seele gegeben“, bedankte sich Co-Trainer Ondrej Sykora, der Marek Piotrowski beim Coaching vertrat. Der Cheftrainer selbst musste sich kurzfristig im Krankenhaus behandeln lassen, tauchte kurz vor der Halbzeitpause aber doch wieder auf und war nach dem „geilen Spiel“ seiner Damen schon fast wieder geheilt.

Von Beginn an setzten die Hernerinnen konsequent ihren Matchplan um, verteidigten bissig, doppelten und ließen keine leichten Punkte zu. Nach zwei schnellen Greinacher-Körben aber schlug der Favorit doch zurück: Mayombo und Vucurovic glichen aus, noch in derselben Minute rauschte ein Thomas-Dreier zum 4:7 (3.) durch die Reuse. Es sollte die einzige Gästeführung bleiben.

Sykora reagierte sofort, rief zur Auszeit, justierte nach. Mit Erfolg. Zhane Dikes, Kristi Bellock und Ireti Amojo stellten auf 10:7 (5.), wenig später zog Herne durch Dreier von Haiden Palmer und Amojo sowie vier Bellock-Punkte erstmals zweistellig davon (20:10/8.). Die frühere Hernerin Quenice Davis, die von Amojo, Dikes und Co. wechselweise an die ganz kurze Leine genommen wurde, versuchte ihre Kolleginnen per Dreier aus ihrer Lethargie zu reißen, doch ihr Signal verpuffte. Der HTC hielt als Team dagegen und bewahrte bis zum Viertelende eine Sieben-Punkte-Führung.

Einen kleinen Rucksack aber schleppte auch der HTC mit ins zweite Viertel. Bellock hatte sich bereits drei Fouls eingehandelt, blieb für längere Zeit auf der Bank. Weil dort auch die verletzte Caro Van der Velde saß, drohte Personalnot und Qualitätsverlust unter den Brettern. Doch diese Sorge erwies sich als unbegründet. Kata Takács und Camille Mahlknecht sprangen mit unbändigem Einsatz und starker Physis in die Bresche, schnappten Abpraller, erkämpften Bälle und hatten großen Anteil daran, dass die Sterne am Ende unter 50 Punkten blieben.

Auf Basis dieser bärenstarken Defense konnte der HTC auch offensiv glänzen. Schnell und sicher ließen die Hernerinnen den Ball laufen, erspielten sich so viele freie Würfe, die sie auch hochprozentig nutzten. Als ihr Team mit einem 8:0-Run zum 34:19 (15.) ins zweite Viertel startete, witterten die begeisterten HTC-Fans eine realistische Siegchance, so recht trauen aber wollten sie dem Braten auch noch nicht, als es mit einem 15-Punkte-Plus in die Pause ging. Frank Dudda verließ die H2K-Arena aber mit einem guten Gefühl. „Das war die beste Halbzeit, die ich vom HTC je gesehen habe“, verabschiedete er sich. „Schade, dass ich noch einen weiteren Termin habe.“

Ein hartes Los. Hernes Oberbürgermeister verpasste nämlich eine zweite Halbzeit, die der ersten in nichts nachstand: Intensiv, leidenschaftlich, spielfreudig, beseelt vom Teamgeist – so brachten die HTC-Ladies ihren Triumph ins Ziel. Die Sterne begnügten sich derweil mit der Opferrolle. Aber das wird am nächsten Samstag anders sein.

 

19.03.2017 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer