10:25:18 14.06.2018

Gleason soll den Aufsteiger führen

Eintrachts Korbjägerinnen verpflichten für die DBBL eine Spielmacherin vom College.

Braunschweig. Eintracht-Trainer Peter Kortmann klingt geradezu euphorisch, als er die Vorzüge seiner neuen Schlüsselspielerin aus den USA aufzählt. "Ich glaube, wir haben einen guten Griff getan", sagt der 56-Jährige über Taylor Gleason, die neue Spielmacherin des fusionierten Regions-Basketballteams für die erste Liga.

Sie soll die junge Aufstiegsmannschaft führen, die regionalen Spielerinnen so einbinden, dass sie sich weiterentwickeln können, das Tempo dirigieren und auch mal auf eigene Faust punkten. "Sie hat eine Dreierquote von fast 40 Prozent", lässt Kortmann keine Zweifel, dass er der 23 Jahre alten Spielerin von der Universität Oakland (11,7 Punkte/4,7 Vorlagen im Schnitt) Vollstreckerqualitäten zutraut.

Richtig begeistert ist er von der Verteidigung der College-Absolventin aus Grand Blanc. "Da ist sie unglaublich gut, weil sie extrem schnell ist. In den Videos sieht es aus, als ob da ein Duracell-Männchen unterwegs ist", schwärmt der neue Eintracht-Coach mit sechs Jahren DBBL-Erfahrung.

Gleason sieht ihr Profidebüt bei Eintracht als ersten Schritt in Richtung der amerikanischen Profiliga WNBA. "Ich wollte schon immer mal Profi in Übersee werden, wo ich noch nie war, wollte auch mal andere Kulturen kennenlernen, - damit hat sich ein Traum erfüllt", sagte sie dem Portal Mlive in Michigan, wo sie derzeit für die Flint Monarchs in der Sommerliga GWBA spielt.

Bereits Ende Mai hatte sie den Vertrag bei Eintracht unterschrieben, wie ihrem Twitter-Account zu entnehmen ist, momentan spielt sie in Flint, danach arbeitet sie in einem Kinder-Camp bevor sie Mitte August nach Braunschweig kommt. "Sie ist sehr motiviert und lebt quasi in der Halle", berichtet Kortmann, der zum Juli aus dem Raum Frankfurt in die Löwenstadt umzieht.

Eine solche Fleißbiene für die Regie-Rolle zu bekommen, sei das ausdrückliche Ziel der Eintracht-Verantwortlichen gewesen, betont er. "Für einige unserer Spielerinnen ist die erste Liga doch ein großer Schritt", verdeutlicht der Trainer. "Da haben wir als Leitbild jemanden gesucht, der hart arbeitet und auch im Training Vollgas gibt."

Laut Manager Bernd Rosemeyer sollen alle drei Amerikanerinnen, die der Klub laut Reglement verpflichten darf, "Kracher mit echtem Erstliganiveau" für die Aufbau und Centerposition sein, die "ein Ausrufezeichen setzen". Dazu sollen noch ein, zwei Verstärkungen mit EU-Pass kommen, von denen beliebig viele erlaubt sind, und den Stamm der Spielerinnen ergänzen.

Eintrachts letztjährige Spielmacherin Ariel Hearn ist derweil zum DBBL-Rivalen Saarlouis Royals gewechselt. Auch Brianna Rollerson, die Kooperationspartner Wolfpack Wolfenbüttel als Energiebündel unter dem Korb mit zum Aufstieg geführt hatte, wird keinen neuen Vertrag bekommen. "Sie ist mit ihren 1,80 Meter nicht groß genug für die Centerposition in der ersten Liga", urteilt Kortmann. "Dort sind die Mädels 1,90 Meter groß."

Die Saison beginnt mit einem Eröffnungsturnier mit allen Klubs. Es geht Ende September bei Meister Keltern über die Bühne. "Eine tolle Veranstaltung", sagt Rosemeyer, obwohl Eintracht ein Heimspiel verloren geht.

Quelle: Braunschweiger Zeitung