23:03:34 12.10.2017

Eine Herzensangelegenheit

Lena Bradaric und Lindsay Sherbert von den FireGirls leiten die Deutsche Basketball Akademie

Seit Beginn dieses Schuljahres ist die Deutsche Basketball Akademie (DBA) unter neuer Leitung. Nachdem Sebastian Schwepcke im Sommer wegen anderer Verpflichtungen das Amt des Leiters abgeben musste, haben die beiden Bundesliga-Spielerinnen Lena Bradaric (l.) und Lindsay Sherbert die Führung der DBA übernommen. Sie brauchten nicht lange, um trotz eigenem Trainingsstress und Spielterminen zuzusagen. „Die DBA ist eine Herzensangelegenheit von uns beiden“, sagt Lena Bradaric.

Denn sie und Lindsay Sherbert leben und lieben ihren Sport durch und durch. Das spüren auch die Jugendlichen, die an der DBA sind. Die zwei Jungunternehmerinnen machen hier keinen Dienst nach Vorschrift, sondern hängen sich in jeder Trainingseinheit und der anschließenden Analyse voll rein.

Bereits in der vergangenen Saison waren sie Trainerinnen an der DBA und hatten da schon viel Freude an der Arbeit. „Es macht einfach Spaß, den jungen Talenten etwas mitzugeben, mit ihnen zu arbeiten und ihre Entwicklung mitzuverfolgen“, sagt Lindsay Sherbert. Diese Euphorie steckt an: Waren es in der ersten DBA-Saison noch sieben Schüler, die hier am Dietrich-Bonhoeffer-Bildungscampus (DBBC) lernen und in der Sporthalle trainieren, so sind es heuer schon 14 Kids zwischen 10 und 17 Jahren, die sich für diesen Schul-Sport-Mix entschieden haben. Geblieben ist die Individualität: Alle Schüler können die für sie beste Variante wählen. Entweder Schwerpunkt Schule oder Schwerpunkt Sport oder eine gesunde Mischung aus beidem.

Was die beiden Leiterinnen besonders freut: Unter den Schülern sind derzeit fünf Mädchen. Das soll allerdings noch mehr werden, wie Lena Bradaric sagt: „Ideal wäre es, wenn wir von den Jungs und von den Mädels gleich viele Schüler hätten. Denn die können dann super voneinander lernen.“

Im DBA-Alltag haben alle Schüler täglich 100 Minuten Individualtraining, hier üben dann ähnlich starke Basketball-Spieler gemeinsam in kleinen Gruppen. Anschließend erfolgt eine detaillierte Besprechung des Trainierten. Lena Bradaric spricht da auch oft mit den Eltern und berichtet ihnen über den aktuellen Leistungsstand ihrer Sprösslinge. „Wann immer es geht, fahren wir dann auch zu den Spielen der Schüler und schauen, ob sie denn in ihrer Mannschaft das umsetzen können, was wir unter der Woche trainiert haben“, sagt sie.

Derzeit kommen die DBA-Teilnehmer noch vorwiegend aus der Region Rosenheim, auch vom Tegernsee & München ist schon jemand dabei. Das Ziel der beiden ehrgeizigen Basketballerinnen ist es jedoch, in den kommenden Jahren ein Begriff und eine Adresse für Bayern und Süddeutschland zu werden. Lindsay Sherbert: „Unser Traum ist es, irgendwann einmal Schüler aus ganz Deutschland und Europa an der Akademie zu haben.“

In diesem Jahr werden Lena und Lindsay von zwei Trainern unterstützt. Simon Bradaric und Steffen Wacker coachen die Schüler zusätzlich. Lena Bradaric: „Steffen Wacker ist Athletik-Trainer, und ist nicht nur auf Basketballer fixiert. Wir haben zum Beispiel einen Jungen, der Handballer ist. Der macht dann eben viel Athletik-Training.“

Sie selbst kann derzeit nicht aktiv mittrainieren, da sich die Basketball-Nationalspielerin in der Saisonvorbereitung das Kreuzband gerissen hat (wir berichteten). Langweilig wird es Lena Bradaric trotzdem nicht. „Ich mache das Marketing für die DBA, pflege die Social Media Seiten, kommuniziere mit den Eltern und arbeite die individuellen Trainingspläne aus. Das ist eigentlich ein Fulltime-Job.“ Für den die beiden keinen Cent bekommen. Unisono sagen sie: „Wir machen das derzeit noch ehrenamtlich. Alles, was von den rund 300 Euro pro Schüler im Monat reinkommt, wird investiert. In Trikots, in Sport-Equipment oder auch in Gasttrainer von Profimannschaften, die wir für die DBA anheuern.“

Ein Arbeitsbereich, der ebenfalls in Lenas Ressort fällt, ist zudem die Sponsorensuche. Sie erklärt: „Wir wollen noch mehr Geld für Stipendien auftreiben. Denn es soll nicht sein, dass es junge Talente gibt, die nur deshalb nicht an der DBA gefördert werden können, weil es zuhause an den finanziellen Mitteln fehlt.“ Man spürt – DBA ist tatsächlich eine Herzensangelegenheit.