17:47:27 30.04.2018

Burger Estriche muss Ausgleich hinnehmen

Nach später Aufholjagd bleibt doch nur ein 59:64 (26:40) für Jahn München - Spiel drei nächsten Sonntag in Freiburg


Da war diesmal schon viel Erstliga-reif bei den Jahn-Basketballerinnen: zum Beispiel die Anreise im komfortablen Reisebus und die Begleitgruppe bestehend aus zwei Dutzend Fans und zwei Assistenztrainern.

Sehr erstklassig fühlten sich natürlich auch die 1100 Freiburger Zuschauer an, die dieses zweite Finalspiel lautstark verfolgten und ihr Team motiviert zu unterstützen wussten (nicht zu vergessen die gelb gewandete Marie-Anne-Bohn-Support-Combo, die den ambitionierten Jahn-Anhang stimmlich kompetent und mit allerlei Schlagwerk ausgerüstet ebenbürtig machte!).

„Nichts muss, alles kann“, so das Motto auf Münchner Seite, deren Coach Rüdiger Wichote unmittelbar vor dem Spiel mit flammender Rede die Einsatzbereitschaft seiner Mannschaft beschwor.

Apropos Erste Liga: Würden die Eisvögel angesichts der Kulisse und der Bedeutung des Spiels ein zweites Mal Schwäche zeigen? Die Summe aus Budget, Umfeld und Anspruch weist ja die ganze Saison eindeutig über die DBBL2 hinaus, der unglückliche Abstieg 2017 soll umgehend unter B wie Betriebsunfall ad acta gelegt werden. Würden die Jahn-Frauen eine weitere Überraschungsleistung zeigen können in ihrem ersten Matchball für diese Serie? Würde die Kombination aus internationaler Routine, ansehnlicher Zweitliga-Erfahrung und ungestümer Jugend (drei frischgebackene WNBL-Meisterinnen führten als Talisman Teile des erbeuteten Sieger-Netzes mit in die Partie) erneut den Sieg davontragen?

Die aus Münchner Sicht ernüchternde Antwort wurde schon früh in dieser Partie gegeben: „Nichts geht, alles läuft schief…“ Jahn fand überhaupt nicht in den Rhythmus, die Freiburger Profis dominierten auf beiden Seiten des Felds, von der ersten Minute an. Die Gastgeberinnen spielten stets hart und engagiert (Kristen Gaffney 17 Punkte, 13 Rebounds - Luana Rodefeld 16 Punkte, sechs Rebounds), München viel zu zart und unstrukturiert. Nach einem Viertel hatte der USC doppelt so viele Punkte und dreimal so viele Rebounds wie die Turnerschaft, zur Pause sah es kaum besser aus, 40:26 – dieser Matchball konnte praktisch als abgewehrt gelten.

In der zweiten Hälfte musste Münchens Coach auch noch auf Nicky Schmidt verzichten, die zuletzt im Training umgeknickt war und ihrem Team nicht wirklich helfen konnte. Weil sich zudem Anne Delafosse der Bewachung von Kelly Anne Hughes (diese mit 13 Punkten, drei Dreiern) kaum zu entziehen vermochte, geriet München trotz deutlicher Halbzeitansprache noch weiter ins Hintertreffen: 56:37.

Erst jetzt, nach 30 Minuten – und mit der Maßgabe, erstens endlich vom Passiv- auf den Aktiv-Modus zu wechseln und zweitens freier und entschlossener die Wurfchance zu suchen – fanden die Münchner Gäste ins Spiel. Maggie v. Geyr gab ein Kurz-Comeback, das im dritten Spiel noch einmal wichtig werden könnte, Mirela Damaschek und Verena Seligmann glichen fehlendes Wurfglück mit zäher Off-Ball-Defense aus. Jojo Häckel trug nun die Spielgestalter-Rolle (acht Punkte, ein Dreier) und ihre Teenager-Kolleginnen Emmy Bessoir (zehn Punkte, zehn Rebounds) und Leo Fiebich (17 Punkte, drei Dreier, neun Rebounds) führten eine rauschende Aufholjagd vor, animierten das Publikum zu einem wahren Dauer-Spektakel in der ehrwürdigen Uni-Halle.

Bis auf ein kleines Pünktchen konnten die Gäste mit ihrer WNBL++ Combo herankommen, ehe ihnen eine ärgerliche 24-Sekunden-Übertretung unterlief und eine letzte wichtige Balleroberung als Foul geahndet wurde – diese beiden Chancen schnappte sich Freiburg und erhöhte auf 64:59. Matchball eins abgewehrt, DBBL-Chef Achim Barbknecht packte seine Medaillen wieder ein, Jahns Busfahrt-Sponsor Frank Burger muss jetzt nochmal in sich gehen und die Freiburger werden wohl wieder über 1000 Fans mobilisieren für den allerletzten, sonntäglichen Showdown dieser packenden Zweitliga-Saison!