23:36:37 07.05.2018

Burger Estriche bleibt zwar zweitklassig...

... will aber kommende Spielzeit wieder hohe Ziele verfolgen


75:64 ging das dritte und entscheidende Aufstiegsspiel an den USC Freiburg. Jahn München hatte mit Anne Delafosse (22 Punkte), Emily Bessoir (17 Punkte, 10 Rebounds und Leonie Fiebich (13 Punkte) stets dagegen gehalten, zwischenzeitlich sogar geführt, war aber letztlich wiederum nicht erfolgreich genug im Rebounding, um Sieg und Meisterschaft aus dem Breisgau zu entführen.

Blicken wir zurück. Als die Damen der TS Jahn München zuletzt in Deutschlands höchster Spielklasse vertreten waren, da war noch keine einzige der heutigen Akteurinnen auf der Welt. (Nein, auch nicht Anne D., geb. B. aus der Nähe von W. …). Und Jahn-Coach Rüdiger Wichote sprang allenfalls in der Mini-Mannschaft des TSV München-Ost an der Seiboldstraße herum. Man schrieb das Jahr 1981, die eingleisige Bundesliga war auch noch nicht geboren. Der Chronist dieses allerdings bevölkerte bereits zusammen  mit dem Vizepräsidenten der Turnerschaft und dem Vorsitzenden des Fördervereins und etlichen weiteren heutigen Mitstreitern die Jahnhalle - man traf sich durchaus ambitioniert zum 3. Liga spielen, das war damals die muntere Regionalliga Süd.

2018: Schon klar, dass das so erfolgreiche Abschneiden der gegenwärtigen Basketball-Frauen im Verein eine ganz große Sache war. Die Rückkehr von Leonie Fiebich, ein tolles 2:1 in der Serie gegen Bad Homburg, die sehenswerte Auftakt-Überraschung zuhause gegen Freiburg… Klar auch der Fokus auf der gleichzeitigen Erfolgsgeschichte der WNBL (für die Vergeßlichen: Jahns U18 – „drei, zwei, eins… meins!“ – errang vor ein paar Wochen den Deutschen Meistertitel; für die Historiker: das schaffte ein Jahn-Team zuletzt 1953; für Insider: mit einer A-Jugend männlich unter der Leitung von Jacky Knerr, der Münchner Legende!).

Aber klar auch zum Dritten: So eine Drei-Spiele-Serie lügt nicht wirklich! Der Münchner Mix aus nationalen Teenager-Talenten (Fiebich, Häckel, Bessoir), sehr etablierten Zweitliga-Akteurinnen (Schmidt, Damaschek, Bohn) und angehenden U24-Stammkräften (Seligmann, Molz) unter der vorbildlichen Anleitung der Alt-Internationalen Anne Delafosse und gecoacht vom erfahrenen Profi Rüdiger Wichote, der musste sich am Ende mit erhobenem Haupt einem Erstliga-reifen Standort Freiburg geschlagen geben.
Weit über 2.000 Zuschauer allein in der Finalserie (München bringt eine solche Zahl insgesamt über die ganze Saison in die Halle), professionelles Umfeld, professionelles Budget: die DBBL kann sich über die Rückkehr eines etablierten Vereins freuen.

Aber in München hat man nun anscheinend Witterung aufgenommen. „Wir greifen 2018/19 wieder an. Wir haben den Lizenzantrag heuer nicht aus Spaß abgegeben“, so Headcoach Rüdiger Wichote. „Unsere Strukturen werden zur kommenden Saison professionalisiert. Max Allert verantwortet ab sofort hauptamtlich die U14 und den Mini-Bereich männlich und weiblich, Markus Klusemann bekommt die halbe Stelle als WNBL-Trainer, Armin Sperber wechselt in die U16/Bayernliga Damen.“

Das Konzept mit inländischen, jungen Talenten wird fortgeführt. FSJ-Stellen, ein Unterbau mit Regionalliga und erfolgversprechender WNBL, das soll die ein oder andere Jugend-Nationalspielerin anlocken. Und das kommende Jahr soll genutzt werden, um das Budget zu stabilisieren und evtl. schon bald in Erstliga-Regionen zu hieven.

Achja: Die Pläne für eine nagelneue Spielhalle sind bereits auf dem Weg, man kann die Entwürfe bereits bestaunen in der altehrwürdigen Jahn-Sportstätte zu München-Bogenhausen.

Auf ein Neues in 2018/19!




PS: Wer die Sommerpause verkürzen will, der komme und besichtige die Jahn’sche U16 nächstes Wochenende bei der Süddeutschen Meisterschaft und evtl. sogar Ende Mai beim Top4 in dieser Altersklasse…