23:49:50 02.05.2017

„Haben den Abstand nach oben verringert“

In seinem vierten kompletten Jahr als Trainer des BC Pharmaserv Marburg hat Patrick Unger die Mannschaft zum zweiten Mal in Folge auf einen Medaillenrang geführt. Nach dem letzten Saisonspiel blickt er zurück und nach vorn.

Fünf Fragen an Patrick Unger:

Wie bewertest du eure Leistung in den letzten beiden Saisonspielen?
Patrick: Ich bin überrascht und erfreut, wie gut wir gegen Saarlouis gespielt haben. Vor dem letzten Spiel war ich sehr angespannt, weil ich ein bisschen Angst hatte, dass wir es wegen des großen Vorsprungs auf die leichte Schulter nehmen könnten. Und wir wollten nicht mit 22 Punkten Abstand verlieren und dann eine Medaille bekommen. Das wäre kein gutes Gefühl gewesen. Die Spiele um Platz drei sind zwar nicht das, was wir wollten, aber ich bin froh, dass wir so deutlich gewonnen und mit der Bronze-Medaille ein glückliches Ende der Saison haben.

Welchen Anteil hat das Glück an eurem Abschneiden?
Patrick: Dass wir vor dieser Saison nur vier Spielerinnen neu verpflichten mussten, kam uns zugute. Aber es war unklar, wie sich die Liga nach der Abschaffung der Deutschen-Quote verhalten würde. Unser Ziel war zunächst, die Playoffs zu erreichen, und dann gucken, was geht. Es war auch ein bisschen glücklich, dass wir – bis auf Mali Sola – weitgehend verletzungsfrei geblieben sind.

Voriges Jahr haben alle von eurem Teamgeist geschwärmt. Und diese Saison?
Patrick: Unsere Mannschaft hat von Beginn an gut harmoniert. Sie war ein wirkliches Team, sogar noch ein bisschen mehr als vorige Saison. Das macht einem als Trainer die Arbeit leichter, wenn man sich voll auf auf Basketball konzentrieren kann.

Was habt ihr aus dieser Saison gelernt?
Patrick: Wir haben nun das Wissen, was es braucht, um eine erfolgreich Mannschaft zu sein. Den Abstand nach oben haben wir ein bisschen verringert. Dazu ist auch Kontinuität wichtig. Die wollen wir fortsetzen.

Und wie geht’s nächste Saison weiter?
Patrick: Ich bin froh über die Entwicklung von Mannschaft und Verein und darüber, dass wir nun den nächsten Schritt gehen. Die Teilnahme am Europapokal wäre wichtig. Jetzt gilt es, die Spielerinnen zu gewinnen, die mit uns den Weg gehen wollen. Ich hoffe, dass wir nächste Saison mit dem gleichen Team und wenigen gezielten Verstärkungen das zeigen, was uns derzeit ganz nach vorn noch fehlt. Die Gespräche laufen, und ich hoffe, dass wir innerhalb der nächsten zwei Wochen Vollzug melden können.

(von Marcus Richter)